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Taupunkt und relative Luftfeuchtigkeit

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meine Kameras

WESHALB BESCHLÄGT DIE KAMERA ODER DIE TAUCHERMASKE?

Weshalb beschlägt meine Unterwasserkamera? Weshalb läuft meine Tauchermaske an? Wenn auch Sie ihre Kameras immer im klimageregelten Zimmer liegen haben und dann morgens das Kameragehäuse oder gar die Kamera beschlägt, in diesen Tabellen sehen sie weshalb.

In dieser Tabelle sieht man die Relation zwischen Lufttemperatur in Grad Celsius und relativer Luftfeuchtigkeit in Prozent. Der Taupunkt zeigt an, bei welcher Temperatur es bei wieviel Prozent relativer Luftfeuchtigkeit zur Kondenswasserbildung kommt. In der linken Spalte sehen Sie die Lufttemperatur in °C und in der oberen Zeile sehen Sie die relative Luftfeuchtigkeit in %. Gehen Sie von der gewünschten Temperatur waagrecht nach rechts und von der jeweiligen Feuchtigkeit senkrecht nach unten. In jener Zelle, wo sich die beiden Werte schneiden, steht die Temperatur des Taupunktes. In der Tabelle wurde das Beispiel mit 20°C und 60% Luftfeuchtigkeit (Taupunkt 12,0°C) sowie mit 30°C und 75% Luftfeuchtigkeit (Taupunkt 25,1°C) farblich hervorgehoben.
Sobald ein Gegenstand, wie die Kamera oder das Glas der Taucherbrille die gleiche Temperatur hat, oder kühler ist, als der gefundene Taupunkt, kommt es zur Kondenswasserbildung am kühleren Gegenstand, das heißt, die Kamera, oder die Maske beschlägt. Erst wenn die Temperatur des Gegenstandes wärmer wird, als der gefundene Taupunkt, trocknet das Brillenglas oder die Kamera wieder. Hat die Kamera, oder das Brillenglas die gleiche Temperatur, wie die umgebende (oder die eingeschlossene) Luft, ist eine Kondenswasserbildung nicht möglich und die Glasscheibe beschlägt nicht.!

Taupunkt-Bestimmung

Die nächste Tabelle zeigt, wieviel Gramm Wasser pro Kubikmeter je nach Lufttemperatur maximal aufgenommen werden kann. Manche Taucher legen ihre Kamera kurz in die Sonne, denn wenn die Kamera und das UW-Gehäuse ungefähr die gleiche Temperatur haben, wie das Meer, können die Glasscheiben nicht anlaufen. Je nach Größe der Kamera und Einstellung Ihrer Klimaanlage kann das Erwärmen ohne Sonne bis zu einer Stunde dauern. Die heutigen kleinen Digitalkameras erwärmen sich natürlich wesentlich schneller. Gibt man die Kamera noch im Zimmer in das UW-Gehäuse, dann wirkt der Luftzwischenraum im Gehäuse wie ein Isolierbehälter. Die Kamera bleibt lange kalt und auch die Luft im Gehäuse kühlt ab, so dass die Glasscheibe des Gehäuses anlaufen kann.
Ein Beispiel: Ist die Kamera 29°C warm, aber das Wasser kälter als 24,1°C, würde sich Kondenswasser bilden. Da sich das Kondenswasser jedoch immer auf der kälteren Seite eines Gegenstandes bildet, wäre das an der Außenseite des UW-Gehäuses und im Wasser sieht man davon natürlich nichts. Ist jedoch das Wasser 29° warm und die Kamera ist nur 24,2°C warm oder kühler, dann bildet sich das Kondenswasser an der Innenseite des Gehäuses. Da Kunststoff ein schlechter Wärmeleiter ist, läuft natürlich immer nur die gläserne Frontscheibe des UW-Gehäuses an, im Extremfall allerdings auch das gläserne Kameraobjektiv. Bildet sich Kondenswasser an der Elektronik, sieht man das zwar nicht, aber die Elektronik kann irreparabel geschädigt werden. Meistens sterben Digitalkameras jedoch durch Haare oder Sand auf dem O-Ring.

Wie man in der Tabelle sieht, spielt manchmal auch die Luftfeuchtigkeit eine Rolle. Legt man eine kalte Kamera in der warmen Luft außerhalb des Bungalows in das UW-Gehäuse, dann kühlt die Luft im Gehäuse durch die kalte Kamera ab und es ändert sich das Sättigungsverhalten der Luft im Gehäuse. 30°C warme Luft bindet bis zu 30,4 Gramm Wasser je Kubikmeter. Ist die Luft im Gehäuse auf z.B. 25°C abgekühlt, dann bindet diese Luft nur mehr ungefähr 23 Gramm Wasser. Hätte die Luftfeuchtigkeit 100% betragen, dann wären diese 7,4 Gramm als Kondenswasser im Gehäuse ausgefallen. Da die Luft jedoch fast nie 100% feucht ist und die heutigen Gehäuse so gebaut werden, dass sie keinen, oder fast keinen Auftrieb besitzen, ist dadurch der Luftzwischenraum zwischen UW-Gehäuse und Kamera viel kleiner, als noch vor ein paar Jahren bei den älteren Kameras. Da die Luft auf den Malediven fast nie zu 100% gesättigt ist, wirken sich geringe Temperaturunterschiede von 1-2°C nicht negativ aus.
Manche Kamera UW-Gehäuse besitzen innen eine kleine Aussparung für Silica-Gel Säckchen, die die Luftfeuchtigkeit aufnehmen und speichern, so dass sich der Taupunkt durch die niedrigere Luftfeuchtigkeit nach unten verschiebt und es zu keiner Kondenswasserbildung auf den Gläsern kommt. Das Anlaufen der Gehäuse-Frontscheibe kann auch durch einsprühen mit einem Antibeschlagspray verhindert werden. Dieses Spray kann auch gegen das Beschlagen der Tauchermaskengläser verwendet werden. Was nicht immer hilft, aber nichts kostet: Das Einreiben der Tauchermaskenscheiben mit Zahnpasta und anschließend abspülen. Als altes Hausmittel funktioniert (nicht immer, aber oft) auch das Anspucken der Tauchermaskengläser und anschließend verreiben und abspülen.

Feuchtigkeits-Saettigung der Luft

Zuletzt noch ein kleiner Tipp:

Dieser Tipp hat zwar weder etwas mit den Malediven, noch mit dem Tauchen oder Schnorcheln zu tun, aber trotzdem etwas mit dem Taupunkt und der Kondenswasserbildung laut der oberen Tabelle. Wenn man ein Fenster 24 Stunden kippt, wird in diesem Raum nicht mehr Luft ausgetauscht, als wenn man das gleiche Fenster 10 Minuten vollkommen öffnet (so genannte Stoßlüftung), nur kühlt beim langen Kippen die Mauer rund um das Fenster stark ab und die Feuchtigkeit der warmen Raumluft kondensiert an der kalten Mauer und es kommt zur Bildung von Schimmel. Also Fenster nie lange kippen, sondern nur kurzzeitig auf 90 Grad öffnen!

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