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Dhivehi + Musik

Ein paar Worte über 'El Niño' ...

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El-Niño Fotos

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Klima-Schäden durch El Niño und andere Ursachen

Meeres-Temperaturen auf den Malediven von 1985 bis heute

In diesem JavaApplet Panorama sehen Sie die monatlich aktualisierten Meerestemperaturen der Malediven von 1985 bis heute.

IndoEx - Global Dimming in the Indian Ocean

Das internationale Klima-Experiment im Indischen Ozean

alle Fragen zu El-Ninjo (leider nur in Englisch)

Jede Menge Fragen und Antworten zu El Niño und La Niña, allerdings nur in Englisch.

Weltkarte mit markierten Orten von Klimakatastrophen

Auf dieser Weltkarte sind jene Bereiche eingezeichnet, in denen die Korallenriffe durch El Niño besonders stark geschädigt wurden.

El Ninjo ist wieder da: Die aktuellsten Berichte, Fotos und Karten!

Der linke Grafik-Link und der Text-Link zum National Climatic Data Center führen zu den beiden größten Umwelt-Seiten im Internet.

Naturgewalten - Saeverts Homepage ueber Wetter, El Ninjo und andere Naturgewalten

El Niño, das Wetter und andere Naturgewalten: Homepage von Thomas Sävert

Reef Base - Informationen ueber die riffe und das Korallensterben

ReefBase is the world's premier online information system on coral reefs, and provides information services to coral reef professionals involved in management, research, monitoring, conservation and education.

Reef Check - Helfen Sie mit, das Korallensterben zu stoppen

Reef Check is an international program that works with communities, governments and businesses to scientifically monitor

Ein paar vergleichende Hausriffe

April 1996

Mai 1998

Oktober 1998

Mai 2002

House-reef Machchafushi/Ari-Atoll May 1996

bleached house-reef on Maledives in May 1998 (every island in Indian Ocean)

House-reef Kuredu/Lhaviyani-Atoll October 2000

House-reef Kandholhudhoo in the North-Ari Atoll

So geisterhaft die Korallen ohne ihre Zooxanthellen aussahen, so trostlos sahen sie bereits wenige Monate später aus und nichts zeigte mehr ihre einstige Schönheit. Im Mai 2000 begannen zwar schon wieder viele Arten nachzuwachsen, abererst in einigen Jahren werden sie sich wieder weitgehend erholt habe. In der Zwischenzeit müssen wir eben auch für kleinere Details dankbar sein, was bei den Fotos auf der nächsten Seite doch nicht so schwer fallen dürfte :-)

Und hier sind die Vergleichsfotos "vor und nach El-Niño" zu sehen naechste Seite mit den Fotos

Wodurch sterben die Korallen ...

Ocean World und Protect the maldives haben eines gemeinsam, das Korallensterben  ohne Umweltschutz!

Ocean World, viele werden diesen wunderschönen, aber leider realistischen Dokumentarfilm über das Sterben der Riffe im Pazifik (und nicht nur dort) in einem der IMAX Kinos gesehen haben.

Auszug aus dem Programm des IMAX Filmes Ocean World:
„Ocean World – Faszination Korallen-Riff“ zeigt nicht nur die Schönheit und Komplexität der Korallenriffe, er stellt auch ein Plädoyer für die Rettung dieser einzigartigen Ökosysteme dar. „Mit dem Film wollten wir auf die Katastrophe, die diesem unwiederbringlichen Gut der Natur droht, aufmerksam machen“, betont Regisseur und Produzent Greg MacGillivray, der bereits für IMAX-Highlights wie „Everest“ und „Delfine“ verantwortlich zeichnete.

Spielplan des IMAX Kinos in Wien, Österreich
Spielplan der 9 IMAX Kinos in Deutschland
Spielplan des IMAX Kinos in Luzern, Schweiz

Ocean World handelt vom Sterben der Korallenriffe und zeigt 3 der wichtigsten Ursachen auf:
El Ninjo: Weltweite, vorübergehende Erwärmung der Meeres-Temperatur um durchschnittlich 2 Grad Celsius (El Ninjo und das bewusste Jahr 1998 wurden jedoch im Film nicht genannt).
Überfischung: Wird ein Riffgebiet zu stark befischt, bricht das ökologische Gleichgewicht des Riffes zusammen und es stirbt! Fehlt ein Glied in der Nahrungskette, sterben alle!
Verunreinigung: Werden Korallenriffe mit Sediment durch Bauarbeiten auf den Resorts, durch schlammige Flüsse im Mündungsgebiet (im Film durch Holzschlägerungen), oder durch zu wenig gereingte Abwässer vor Städten verunreinigt, sterben dort alle Korallen ab.

Auf den Malediven wird allgemein El Ninjo als Hauptursache von Coral bleaching genannt, aber die beiden anderen Faktoren Überfischung und Sedimente haben sicher auch dazu beigetragten, besonders aber der Fischfang!

Die Nahrungskette auf allen Koralleninseln besteht hauptsächlich aus 3 Gruppen: Die Jäger (Haie und andere Raubfische), die Gejagten (Schwarmfische, Riffbarsche, Falterfische, usw.) und das Riff (Korallenpolypen, Plankton, Algen, Pflanzen). Stirbt das Riff, verhungern die kleinen Fische und dadurch auch die großen Jäger. Werden zu viele Korallenfische für die Aquarien gefangen (meistens mit Betäubungsgift!), sterben nicht nur die Jäger, sondern auch die Korallen, da sie ohne Pflanzenfresser bald von Algen überwuchert und erstickt werden. Interessanterweise wirkt sich eine Überfischung der großen Jäger noch dramatischer aus, denn auf vielen Inseln und Riffen sind bereits die Haie verschwunden (egal, ob sie gefangen werden, oder nur die Rückenflosse heraus geschnitten wird!). Auf jedem Riff gibt es seltsamerweise ohne Haie innerhalb relativ kurzer Zeit auch fast keine Rifffische mehr und wie zuvor, gerät deshalb das biologische Gleichgewicht der Korallen durcheinander und bald darauf beginnt dieses Riff zu sterben und irgendwann stirbt dann auch der größte Räuber der Erde aus, der Mensch!WENN HAIE STERBEN, STIRBT DAS MEER ! . . . . . . . STOPPT DAS HAI-FINNING !

... und wie wirkte sich El Niño aus

Im April 1998 kamen die ersten Schreckens-Meldungen aus dem Indischen Ozean und nur Taucher nahmen sie von Anfang an ernst. Für viele Wissenschaftler war diese Katastrophe erstTatsache, als es nicht mehr abzuleugnen war, aber manche Reiseveranstalter umschreiben das Korallensterben noch heute sehr, sehr vorsichtig!

Tatsache ist, bunte Korallen sahen die meisten Leute auch vorher nicht, denn nur die winzigen Korallenpolypen sind meist farbig und sie kommen nur nachts aus ihren Kalkgerüsten heraus. Bis auf wenige Arten, sehen die meisten Stein-Korallen grau, graugrün, oder graubraun aus und nur nach Sonnenuntergang, oder bei Beleuchtung mit einem Scheinwerfer sind bunte Farben zu sehen. Bunten Weichkorallen begegnet man beim Schnorcheln nur sehr selten, denn Weichkorallen leben erst in Tiefen unterhalb von 8 Meter.

Geweih-Korallen können pro Jahr zwar bis zu 25cm wachsen, nur sind sie seit auf den Malediven seit 1998 fast zu 100% abgestorben und bisher gibt es nur vereinzelt kleine nachgewachsene Korallen. Tischkorallen sind bis in Tiefen von 18-20m vollkommen abgestorben, aber in größeren Tiefen haben einige überlebt und so besteht die Chanze, daß auch sie in etwa 10-15 Jahren wieder zu sehen sind. Ob die flachen Inseln der Malediven aber soviel Zeit haben, wage ich beim derzeitigen Schmelzen des Polareises und dem Ansteigen des Meeresspiegels zu bezweifeln, noch dazu, wo die USA beim Klimagipfel 2001 in Kyoto an der Schadstoffreduzierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr mitmacht!

Korallen leben immer mit einer Algen-Art, den Zooxanthellen, in Symbiose. Diese Algen geben den Kalkgerüsten der Korallen erst ihre Farbe, denn ohne sie wäre das Kalkgerüst weiß und daher entstand auch der Ausdruck "Coral bleaching", zu Deutsch Korallenbleichung. Die Zooxanthellen bauen mit Hilfe der Sonnenenergie aus Kohlendioxid und Wasser organische Nährstoffe, Photosynthese genannt. Wegen ihres Kohlendioxid-Verbrauches scheiden diese Algen Kalk ab und den verwenden die Korallen für ihr Wachstum, so daß dadurch ganze Korallenriffe entstehen. Korallen wachsen nur bei Wassertemperaturen zwischen 20° und 30° Celsius. Unter 20° sterben die Korallenpolypen ab und wenn das Wasser über 30°C erreicht, produzieren die Zooxanthellen durch erhöhtem Stoffwechsel zuviel Sauerstoff, der ab einer gewissen Menge für die Korallen tödlich wird.

Bevor die Korallen durch zuviel Sauerstoff vergiftet werden, stoßen sie die Algen ab, aber ohne diese erhalten sie wiederum zuwenig Sauerstoff und sterben deshalb dann endgültig ab. In den ersten Wochen sind sie noch nicht ganz tot, sondern sie werden nur weiß, aber schon wenige Wochen später wwerden sie von hässlich braunen Algen überwachsen und spätestens dann sind die Korallen endgültig tot. Da sich das Coral bleaching meistens nur in den oberen Wasserschichten bis etwa 20m Tiefe abgespielt hat, dauert es natürlich einige Jahre, bis wieder Korallenpolypen aus der Tiefe nach oben steigen und sich dort ansiedeln. Bei den Geweih- und Tischkorallen, die nur im seichteren Wasser wachsen, kann dies aber noch viele Jahre dauern.

Noch im November 1998, also bereits 1 Monat, nachdem ich das Korallensterben mit eigenen Augen gesehen hatte, schrieb ein sogenannter Malediven-Fachmann in einer der renomiertesten Tauchzeitungen Europas, daß das Korallensterben völlig normal ist und sich alle paar Jahre wiederholt, daß die Korallen nachher schöner als zuvor werden und daß keine Panikmache betrieben werden soll ... ! Wenn ich solche Berichte lese, frage ich mich, für wie naiv halten uns denn solche Touristik-abhängigen "Fachleute"? Phrasen, wie: "1980 und 1987 gab es schon dieses Korallensterben, aber die Korallen wurden daraufhin schöner als je zuvor ...", "auch weiße Korallen sind nicht tot ...", oder, "seit die meisten Korallen abgestorben sind, gibt es viel mehr Fische, weil der Nahrungskonkurent fehlt" (ich weiß aber auch, daß eine Nahrungskette nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied und Falterfische leben eben einmal fast ausschließlich von Korallenpolypen)! Im Frühjahr 2000 sah ich aber nicht mehr Fische, als in all den Jahren vorher. Das mit "mehr Fische, wegen fehlender Nahrungskonkurenz durch die Korallen" ist meiner Meinung nach nur ein Reklamegag. Es hat nur eine Verlagerung der arten gegeben: Die vielen Schmetterlingsfische, Anemonenfische und kleinen Riffbarsche waren in den nächsten Jahre durch Schwärme von Rotzahndrückern ersetzt.

Ich war Ende Mai 2000 auf den Malediven (Reethi Beach im Baa-Atoll) und ich stellte fest, daß viele Korallenarten wieder nachzuwachsen begannen. Weitere 11 Monate später, Anfang April 2001, war ich wieder auf der gleichen Insel und konnte feststellen, daß das Wachstum zwar langsam, aber stetig zunahm und nochmals ein paar Monate später, Anfang Oktober 2001, entdeckte ich am Hausriff von Vilamendhoo bereits wieder die erste junge Tischkoralle und im Mai 2002 war ich am Hausriff von Kandholhudhoo im nördlichen Teil des Ari-tolles und neben vielen kahen Touristeninsel-Riffen sah das Hausriff von Kandholhudhoo fast so bunt und schön aus, wie vor El-Ninjo allen Inseln aussahen! Vergleichen Sie meine Fotos und machen Sie sich selbst ein Bild !

Und hier sind die Vergleichsfotos "vor und nach El-Niño" zu sehen naechste Seite mit den Fotos

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